ANTHROPIC · CLAUDE-CODE-BEFEHLE

Sieben Befehle, die im Terminal alles ändern.

Die meisten tippen in Claude Code nur Aufgaben. Dabei entscheiden ein paar Schrägstrich-Befehle darüber, welches Modell arbeitet, wie tief es denkt und wie schnell dein Kontext vollläuft. Klick sie an.

claude
v2.1.278

/model <model>

Set the AI model for Claude Code

Wechselt das Modell und merkt sich die Wahl als Voreinstellung für neue Sitzungen.

Der größte Hebel überhaupt.

Die vier, die du wirklich brauchst.

Es gibt Dutzende Befehle. Diese vier entscheiden über Qualität, Tempo und darüber, wie lange dein Kontingent hält.

01 · /MODEL

Wer die Arbeit macht.

Ohne Argument öffnet sich eine Auswahl, mit Argument geht es direkt: /model haiku, sonnet, opus, fable. Die Wahl bleibt als Voreinstellung für kommende Sitzungen stehen, nicht nur für die aktuelle. Wer den ganzen Tag auf dem stärksten Modell arbeitet, zahlt das abends.

02 · /EFFORT

Wie gründlich gedacht wird.

Derselbe Auftrag, dasselbe Modell, unterschiedlich viel Nachdenken davor. /effort low für Routine, xhigh für kniffliges Debugging, auto überlässt die Entscheidung dem Modell. Der Regler kostet nichts extra an Geld, aber Tiefe kostet Zeit und Kontingent.

03 · /CLEAR

Der Reset ohne Reue.

Startet eine neue Sitzung mit leerem Kontext. Die alte ist nicht weg, sie liegt weiter auf der Platte und lässt sich mit /resume zurückholen. Genau deshalb ist der Befehl so unterschätzt: Du verlierst nichts und schleppst ab hier nicht mehr eine Stunde alten Verlauf durch jede Anfrage.

04 · /GOAL

Die Bedingung fürs Aufhören.

Du formulierst in normalem Deutsch, wann die Arbeit fertig ist, und Claude prüft das, bevor es stehenbleibt: /goal die Tests laufen alle durch. Statt „fertig!" nach dem ersten Versuch wird weitergearbeitet, bis die Bedingung wirklich erfüllt ist. /goal clear hebt sie wieder auf.

Warum diese Befehle etwas bringen.

Vier Dinge, die erklären, warum ein einzelner Schrägstrich mehr ausmacht als der zehnte Versuch, den Auftrag besser zu formulieren.

Der Kontext ist ein Fass, kein Fluss

Jede Anfrage schickt die gesamte bisherige Sitzung erneut mit: jede gelesene Datei, jede Fehlermeldung, jeden Versuch. Deshalb wird dieselbe Frage nach zwei Stunden teurer als am Anfang. Nicht weil sie schwerer ist, sondern weil das Fass voller ist.

Leeren und Zusammenfassen sind zwei Dinge

/clear startet bei null, die alte Sitzung bleibt auf der Platte und ist mit /resume wieder da. /compact behält den Faden und fasst das Bisherige zusammen, statt es wegzuwerfen. Themenwechsel heißt /clear, Weiterarbeiten am selben Thema heißt /compact.

Modell und Denktiefe sind zwei Regler

Das Modell bestimmt, wer arbeitet. Der Effort-Wert bestimmt, wie lange nachgedacht wird, bevor die Arbeit losgeht. Beide zusammen ergeben vier Kombinationen statt einer Reihe: ein starkes Modell auf niedriger Stufe ist oft die bessere Wahl als ein kleines Modell, das sich festbeißt.

Das gilt nur im Terminal

Diese Befehle gehören zu Claude Code, dem Werkzeug in der Kommandozeile. Im Browser auf claude.ai und in den Apps gibt es sie nicht, dort wählst du das Modell über die Auswahl am Eingabefeld. Wer im Chat arbeitet, findet die passende Entscheidungshilfe im Modell-Finder.

Vier Momente, in denen du tippen solltest.

Morgens, bevor du anfängst

Einmal /model sonnet, dann steht die Voreinstellung für den Tag. Die meisten Aufgaben eines Arbeitstages sind mittelschwer, und du gehst gezielt hoch, wenn es hakt, statt den ganzen Tag auf der teuersten Stufe zu fahren, weil sie zufällig eingestellt war.

Der Bug, der nicht aufgibt

Drei Versuche sind gescheitert. Jetzt lohnt die Kombination: /model opus und /effort xhigh, dazu /goal mit der Bedingung, wann es wirklich behoben ist. Das kostet spürbar Kontingent, aber weniger als zehn weitere Runden, die im Kreis laufen.

Wenn das neue Thema anfängt

Erst /context, um zu sehen, wie voll es wirklich ist, dann /clear. Der Reflex, im selben Fenster weiterzumachen, weil dort schon so viel steht, ist genau der teure. Was du wirklich brauchst, erklärst du in zwei Sätzen neu.

Die Aufgabe, die länger läuft als du

Ein Umbau über viele Dateien, du willst nicht daneben sitzen. /goal beschreibt die Abnahmebedingung in einem Satz, /model opusplan lässt den Plan vom stärkeren Modell machen und die Ausführung vom schnelleren. Danach prüfst du /usage und weißt, was der Spaß gekostet hat.

Dein Spickzettel zum Kopieren.

Alle Befehle mit ihren Werten, so wie sie in der aktuellen Version tatsächlich heißen. Leg ihn dir als Notiz neben das Terminal, nach drei Tagen sitzt es.

claude-code-spickzettel.txt
CLAUDE CODE · SPICKZETTEL
(geprüft mit Version 2.1.278, nur im Terminal)

WER ARBEITET
  /model                 Auswahl öffnen
  /model haiku           schnell, für Routine
  /model sonnet          der Alltag
  /model opus            schwere Fälle
  /model fable           das stärkste Modell
  /model opusplan        Opus plant, Sonnet führt aus
  /model opus[1m]        grosses Kontextfenster

WIE TIEF GEDACHT WIRD
  /effort low            Routine, spart Zeit und Kontingent
  /effort medium
  /effort high           Voreinstellung
  /effort xhigh          kniffliges Debugging, lange Ketten
  /effort max            wenn Korrektheit vor Kosten geht
  /effort auto           das Modell entscheidet selbst
  /effort status         zeigt, was gerade eingestellt ist

KONTEXT IM GRIFF
  /clear                 neue Sitzung, leerer Kontext
                         (alte bleibt, zurück mit /resume)
  /clear           dasselbe, mit Namen zum Wiederfinden
  /compact               Verlauf zusammenfassen statt wegwerfen
  /context               zeigt, wie voll der Kontext ist
  /recap                 einzeilige Zusammenfassung der Sitzung

DRANBLEIBEN
  /goal       Claude prüft sie, bevor es aufhört
                         z. B. /goal die Tests laufen alle durch
  /goal                  zeigt das aktuelle Ziel
  /goal clear            Ziel aufheben

WAS ES KOSTET
  /usage                 Kosten, Plan-Verbrauch, was das Limit frisst

DIE DREI GEWOHNHEITEN, DIE AM MEISTEN BRINGEN
  1. Morgens /model sonnet setzen, gezielt hochgehen.
  2. Bei jedem Themenwechsel /clear statt weiterschreiben.
  3. Vor dem langen Auftrag /goal, damit nicht auf halbem Weg
     Schluss ist.

In 4 Schritten zur Gewohnheit.

01

Einmal Schrägstrich tippen und schauen

Tipp im laufenden Claude Code nur einen Schrägstrich. Es öffnet sich die Liste aller Befehle mit einer Zeile Erklärung, deutlich mehr als die sieben hier. Zwei Minuten durchscrollen bringt mehr als jede Anleitung, diese eingeschlossen.

02

Die Voreinstellung bewusst setzen

/model sonnet einmal eingeben. Die Wahl gilt auch für kommende Sitzungen, du musst das nicht jeden Morgen wiederholen. Damit ist die Grundeinstellung gesetzt, und alles Stärkere wird zur bewussten Entscheidung statt zum Zufall.

03

/clear an den Themenwechsel koppeln

Nicht nach Uhrzeit, nicht nach Gefühl: immer dann, wenn du inhaltlich etwas Neues anfängst. Der Verlust ist keiner, die alte Sitzung liegt weiter da. Wer einmal /context gesehen hat, macht das danach von allein.

04

Vor langen Aufträgen ein Ziel setzen

Alles, was länger als ein paar Minuten läuft, verdient ein /goal mit einer prüfbaren Bedingung. Formulier sie so, dass man sie messen kann: „die Tests laufen alle durch" ist brauchbar, „mach es gut" nicht.

Sieben Befehle, zwei Minuten.

Niemand muss Dutzende Befehle auswendig können. Wer /model, /effort, /clear und /goal im Griff hat, arbeitet spürbar ruhiger als jemand, der nur Aufträge tippt und sich abends über das Limit wundert.

Häufige Fragen.

Funktionieren diese Befehle auch auf claude.ai im Browser?
Nein. Die Schrägstrich-Befehle gehören zu Claude Code, also zum Werkzeug in der Kommandozeile. Im Browser und in den Apps gibt es sie nicht, dort wählst du das Modell über die Auswahl direkt am Eingabefeld. Wenn du überwiegend im Chat arbeitest, ist der Modell-Finder die passendere Seite.
Gibt es /model opusplan noch?
Ja. In der Version 2.1.278 ist opusplan ein regulärer Wert von /model und heißt in der Auswahl „Opus Plan Mode“. Die Beschreibung im Programm lautet wörtlich: Opus im Plan-Modus, sonst Sonnet. Du bekommst also das stärkere Modell für den Plan und das schnellere für die Ausführung, ohne zwischendurch umzuschalten.
Wann /clear und wann /compact?
Faustregel: Themenwechsel heißt /clear, Weiterarbeiten am selben Thema heißt /compact. /clear startet mit leerem Kontext, die alte Sitzung bleibt auf der Platte und kommt mit /resume zurück. /compact wirft nichts weg, sondern fasst den bisherigen Verlauf zusammen, sodass der Faden erhalten bleibt und trotzdem Platz entsteht.
Verbraucht Claude Code dasselbe Kontingent wie der Chat?
Claude Code ist Teil der bezahlten Pläne und kein separat gebuchtes Produkt, es läuft also über dasselbe Abo. Eine ausdrückliche Aussage von Anthropic, dass Terminal und Chat aus genau demselben Topf schöpfen, habe ich in der offiziellen Dokumentation nicht gefunden, deshalb behaupte ich es hier nicht als Fakt. Verlässlich ist der Blick auf /usage: der Befehl zeigt Kosten, Plan-Verbrauch und was gerade auf dein Limit einzahlt.
Was ist die Stufe ultracode bei /effort?
Eine Stufe oberhalb der normalen Reihe, die nur für die laufende Sitzung gilt und xhigh voraussetzt. Sie ist für Aufgaben gedacht, bei denen Gründlichkeit über allem steht, und entsprechend teuer im Verbrauch. Über das Kommandozeilen-Flag --effort ist sie nicht erreichbar, das kennt nur low bis max.

Nächster Schritt

Soll so ein Ergebnis regelmäßig aus euren Systemen entstehen, statt jedes Mal von Hand? Das Arbeitsblatt zeigt, welcher Ablauf sich zuerst lohnt.

Automatisierungs-Check