ANTHROPIC · MODELL-FINDER

Vier Claude-Modelle. Eins passt.

Wer für jede Kleinigkeit das stärkste Modell nimmt, steht mittwochs ohne Limit da. Wähl Aufgabe und Tiefe, der Finder sagt dir, welches Modell reicht.

modell-finder.sh

Aufgabe

Tiefe

Abo

Empfehlung

SONNET 5 Daily Driver

Die Balance aus Tempo und Können, die den allergrößten Teil der Arbeit trägt.

moderater Limit-Verbrauch
Wähl dein Abo, dann steht hier, was die Empfehlung für dein Limit bedeutet.

Was die vier Modelle unterscheidet.

Nicht „gut, besser, am besten“. Vier Arbeitsweisen, und jede kostet dich etwas anderes an Limit.

01 · HAIKU 4.5

Der Sprinter.

Umformulieren, sortieren, zusammenfassen, einen Mailentwurf in Form bringen. Haiku ist das kleinste der vier Modelle und genau deshalb das richtige, wenn die Aufgabe keine Überlegung braucht, sondern nur Erledigung. Was du hier nicht verbrauchst, steht dir später zur Verfügung.

02 · SONNET 5

Der Daily Driver.

Das Modell, das den Großteil eines Arbeitstages trägt: Texte mit Anspruch, normale Code-Änderungen, Dateien auswerten, längere Gespräche. Sonnet denkt mit, ohne bei jeder Frage in die Tiefe zu gehen. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, ist das hier die richtige Antwort.

03 · OPUS 5

Der Architekt.

Ein Fehler, der über fünf Dateien verteilt ist. Ein Umbau, bei dem eine Änderung drei andere Stellen bricht. Opus hält viele Stränge gleichzeitig im Kopf und prüft sie gegeneinander, statt die erste plausible Antwort auszugeben. Dafür merkst du es am Limit.

04 · FABLE 5.1

Der Tiefengräber.

Anthropics stärkstes Modell, eine Stufe über Opus. Gebaut für Arbeit, die lange läuft: Recherche, die wirklich in die Tiefe geht, Aufgaben über viele Schritte, Fragen ohne offensichtlichen Weg. Eine einzige Antwort kann Minuten dauern. Für den normalen Chatalltag ist es mehr Modell, als man braucht.

Wie das Limit wirklich arbeitet.

Vier Dinge, die erklären, warum dein Limit manchmal ewig hält und manchmal am Dienstagmittag weg ist.

Es laufen zwei Uhren, nicht eine

Die eine ist das Fenster, das sich alle fünf Stunden zurücksetzt. Die andere ist ein Wochenlimit, das über allem liegt. Deshalb kann es passieren, dass dein Fünf-Stunden-Fenster frisch ist und trotzdem Schluss: Dann hat die Woche zugemacht, nicht die Sitzung.

Eine Nachricht ist nicht eine Nachricht

Anthropic sagt es selbst: Wie viele Nachrichten drin sind, hängt von ihrer Länge ab, von der Länge der angehängten Dateien, von der Länge des laufenden Gesprächs und vom Modell. Ein Zweizeiler im frischen Chat und dieselbe Frage nach zwei Stunden Verlauf sind zwei völlig verschiedene Posten.

Es gibt keine offizielle Umrechnungstabelle

Dass stärkere Modelle schneller verbrauchen, bestätigt Anthropic. Feste Faktoren, „Opus zählt fünffach“ oder ähnliches, sind für die Claude-Oberfläche nirgends offiziell veröffentlicht. Zahlen dazu kursieren reichlich, belegt ist keine davon. Deshalb arbeitet der Finder oben mit Größenordnungen statt mit erfundener Präzision.

Fable spielt nach eigenen Regeln

Die drei anderen Modelle laufen im bezahlten Abo einfach mit. Fable nicht: Im Pro-Abo ist es ausdrücklich nicht im Inklusiv-Volumen enthalten und läuft nur über separate Usage Credits, die du selbst freischalten musst. Im Max-Abo ist es dabei, bis zur Hälfte deines Wochenlimits, danach ebenfalls über Credits.

Vier Situationen, in denen die Wahl zählt.

Montag, 40 Rechnungen aus dem Postfach

Beträge rausziehen, nach Kunde sortieren, Tabelle daraus machen. Das ist Fleißarbeit ohne Denkanteil. Mit dem stärksten Modell ist danach ein gutes Stück deines Fensters weg, und das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Haiku reicht, und du merkst es kaum am Limit.

Der Bug, der seit zwei Tagen wandert

Du reparierst eine Stelle, und die nächste bricht. Genau hier lohnt der Aufstieg auf Opus: Es hält die Abhängigkeiten zwischen den Dateien zusammen, statt jede für sich zu betrachten. Ein Durchgang mit Opus ist billiger als sechs Runden mit einem kleineren Modell, die im Kreis laufen.

Markt-Recherche vor dem Angebot

Zehn Quellen, Widersprüche dazwischen, am Ende eine Empfehlung, die du unterschreiben musst. Das ist der Fall für Fable: lange Kette, viele Schritte, kein offensichtlicher Weg. Plan die Zeit ein, eine Antwort kann dauern, und leg dir die Fragen vorher zurecht, statt in zwölf Einzelfragen nachzuschieben.

Der Chat, der seit drei Stunden läuft

Hier ist nicht das Modell das Problem, sondern die Länge. Jede neue Frage schleppt den kompletten bisherigen Verlauf mit, deshalb wird dieselbe Frage am Ende eines langen Chats teurer als am Anfang eines neuen. Wenn das Thema wechselt: neuen Chat aufmachen. Das ist der billigste Trick auf dieser Seite.

Deine Projekt-Anweisung zum Kopieren.

Das richtige Modell ist die eine Hälfte. Die andere ist, wie viel Text bei jeder Runde hin und her geht. Diese Anweisung legst du einmal in den Custom Instructions eines Projekts ab, dann gilt sie für jeden Chat darin: kürzere Antworten, gezielte Rückfragen statt Rateversuche, keine Wiederholung dessen, was ohnehin schon dasteht.

projekt-anweisung.txt
So arbeitest du in diesem Projekt:

ANTWORTLÄNGE
Antworte so kurz, wie die Frage es zulässt. Keine Einleitung, keine Wiederholung meiner Frage, keine Zusammenfassung am Ende einer ohnehin kurzen Antwort. Wenn drei Sätze reichen, nimm drei Sätze.

RÜCKFRAGEN STATT RATEN
Fehlt dir etwas, stell genau eine gezielte Rückfrage. Liefere nicht drei Varianten auf Verdacht, das kostet uns beide eine Runde mehr.

ÄNDERUNGEN
Bei Text- oder Code-Änderungen zeigst du nur die geänderte Stelle plus so viel Umgebung, dass ich sie wiederfinde. Gib nie das ganze Dokument oder die ganze Datei neu aus, wenn sich drei Zeilen geändert haben.

DATEIEN IM PROJEKT
Die hochgeladenen Dateien kennst du. Zitiere daraus nur, was für die Antwort gebraucht wird, und gib nicht ganze Abschnitte wieder, damit ich sehe, dass du sie gelesen hast.

UNSICHERHEIT
Wenn du etwas nicht sicher weißt, sag das in einem Satz. Eine gut begründete Vermutung als Vermutung zu kennzeichnen ist mir lieber als ein ausführlicher Text, den ich nachprüfen muss.

FORMAT
Tabellen und Listen, sobald es mehr als drei Punkte sind. Fließtext nur, wenn die Punkte wirklich zusammenhängen.

In 4 Schritten durch die Woche.

01

Die Modellauswahl überhaupt benutzen

Die Auswahl sitzt direkt am Eingabefeld, und die meisten fassen sie nie an. Genau da entscheidet sich, ob dein Limit bis Freitag hält. Lass die Voreinstellung auf dem mittleren Modell stehen und geh bewusst hoch, wenn es eng wird.

02

Ein Projekt pro Thema anlegen

Wiederkehrende Unterlagen gehören ins Projekt, nicht in jeden neuen Chat. Einmal hochgeladen liegen sie für alle Chats darin bereit, und du fängst nicht jedes Mal damit an, denselben Anhang erneut zu schicken.

03

Die Projekt-Anweisung eintragen

Den Text von oben einmal in die Custom Instructions des Projekts, fertig. Kürzere Antworten und gezielte Rückfragen sparen dir über eine Woche mehr als jede einzelne Modellentscheidung.

04

Beim Themenwechsel neu anfangen

Ein Chat, der schon zwei Stunden läuft, schickt bei jeder Frage seinen kompletten Verlauf mit. Sobald du inhaltlich etwas Neues anfängst, mach einen neuen Chat auf. Kostet dich zwei Sekunden und ist der wirksamste Hebel, den es hier gibt.

Einmal einstellen, Ruhe bis Freitag.

Das Limit ist selten das Problem. Das Problem ist, das stärkste Modell für Arbeit zu verbrauchen, die auch das kleinste erledigt hätte. Finder oben einmal durchklicken, Projekt-Anweisung eintragen, fertig.

Häufige Fragen.

Ist Fable 5.1 in meinem Claude-Pro-Abo enthalten?
Nein. Anthropic schreibt für Pro ausdrücklich, dass Fable 5 und Fable 5.1 nicht im Nutzungslimit des Plans enthalten sind und über Usage Credits laufen, also über ein Guthaben, das du in den Einstellungen unter Usage selbst freischaltest und das zu den normalen API-Sätzen abgerechnet wird. Das stärkste Modell, das in Pro regulär mitläuft, ist Opus 5.
Wie viele Nachrichten habe ich pro Fünf-Stunden-Fenster?
Es gibt keine feste Zahl, und wer dir eine nennt, hat sie nicht von Anthropic. Offiziell hängt die Zahl von der Länge deiner Nachrichten ab, von der Länge angehängter Dateien, von der Länge des laufenden Gesprächs und vom gewählten Modell. Deinen aktuellen Stand siehst du in den Einstellungen unter Usage, dort stehen Sitzungs- und Wochenverbrauch.
Kann ich Haiku in der Claude-App überhaupt auswählen?
Ja. Haiku 4.5 lässt sich direkt in Claude auswählen, im Web genauso wie in den Apps für iOS und Android. Es ist kein reines API-Modell, auch wenn es in der Praxis kaum jemand anfasst. Genau darin liegt das ungenutzte Sparpotenzial.
Bringt ein Projekt wirklich etwas für mein Limit?
Ja, und das steht so im Help Center: Inhalte in Projekten werden gecacht, und bei jeder weiteren Nutzung zählt nur der neue, noch nicht gecachte Teil gegen dein Limit. Praktisch heißt das: Kerndokumente einmal ins Projekt legen, statt sie an jede Nachricht neu anzuhängen. Wie lange dieser Cache hält, gibt Anthropic für Endnutzer nicht an, verlass dich also auf das Prinzip, nicht auf eine Stoppuhr.
Und wenn ich gar kein bezahltes Abo habe?
Im kostenlosen Konto ist Sonnet 5 das Standardmodell, und Haiku 4.5 lässt sich ebenfalls auswählen. Die Fable-Modelle sind im Free-Konto nicht verfügbar, sie setzen einen bezahlten Plan voraus. Der Finder oben ist deshalb auf Pro und Max ausgelegt, die Logik zur Aufgabe gilt aber genauso: das kleinste Modell nehmen, das die Aufgabe trägt.
Gilt das alles auch für Claude Code im Terminal?
Die Modellwahl ja, der Weg dorthin nicht. In Claude Code tippst du /model sonnet statt zu klicken, dazu kommen Befehle, die es im Chat gar nicht gibt: /effort für die Denktiefe, /clear für einen leeren Kontext, /goal für die Bedingung, bis zu der weitergearbeitet wird. Die habe ich auf einer eigenen Seite erklärt.

Nächster Schritt

Soll so ein Ergebnis regelmäßig aus euren Systemen entstehen, statt jedes Mal von Hand? Das Arbeitsblatt zeigt, welcher Ablauf sich zuerst lohnt.

Automatisierungs-Check